Leonberger vom reinen Herzen   

Der Leonberger: Eine Hunderasse, die das Herz berührt.

Hugo Beelzebub: Wulferam- Hugo Löwe von Walhall

Wurftag 14.04.2016

Mein allererster Rüde, und dann gleich volles Programm.

Wie Hugo zu uns kam durtfte ich in der Leozeit ( Clubzeitschrift des DCLH ) berichten.


Unser Familienzuwachs Hugo: Auf vier Pfoten in ein neues Leben

Mitte November 2017 fiel mir beim Stöbern in sozialen Netzwerken ein Hilferuf ins Auge: „Wulferam-Hugo Löwe von Walhall“, ein Rüde, damals 19 Monate alt, suchte ein neues Zuhause. Der Besitzer hatte einen Unfall, musste operiert werden und würde bis mindestens Ende Januar 2018 an Krücken gebunden sein.
Zuerst habe ich weiter gescrollt, aber schon am nächsten Tag rief ich den Beitrag erneut auf, las die Kommentare dazu, durchforstete das Netz nach Erfahrungsberichten über Rudelhaltung (Ich habe zwei Hündinnen, Hugo ist ein Rüde.) und kontaktierte Hugos Besitzer. Nach vielen Gesprächen mit meiner Familie, Freunden und den Eigentümern fiel die Entscheidung: Sofern auch vor Ort alles passen würde, sollte Hugo zu uns kommen.
Es war wichtig für mich, dass meine zwei Hündinnen „Ludowika von der Kaisereiche“, genannt „Loki“ (vier Jahre), und „Lelo vom Kaniberg“, unsere „Socke“ (zweieinhalb Jahre), zum Abholen mitkamen, um zu sehen, ob die Drei sich verstehen, und um mich zu unterstützen. Sie sollten eine Orientierungshilfe für Hugo sein, z. B. beim Einladen ins Auto, da er nicht gerne Auto fuhr.
Meine Freundin Sitta kam am Samstag, den 02.12.2017, mit ihrem geräumigen Bus zu uns nach Baar-Ebenhausen in Oberbayern, packte die Mädels und mich ein, und dann ging es 280 km weiter über wenig Autobahn und viele Serpentinen in Hugos Heimat, eines der schönsten Hochtäler Europas im südwestlichen Kärnten.
Dort angekommen, wurden wir von Hugo und seiner Familie freundlich empfangen. Zuerst durften sich die drei Leos kennenlernen. Hugo war sehr erfreut über den Damenbesuch, kokettierte, tobte und spielte sofort mit den Mädels. Dabei benahm er sich gut. Ein gemeinsames Abendessen mit netten Gesprächen beendete diesen anstrengenden Tag. Danach fielen alle erschöpft ins Bett und schliefen tief und fest.
Den Sonntagvormittag verbrachten wir draußen mit Spielen und Kennenlernen. Hugo fügte sich ohne Probleme ins Rudel ein, akzeptierte Loki als Chefin und Socke als Kumpeline. Zu dritt tobten sie über die angrenzenden Almwiesen und wälzten sich im Schnee.
Auch für Hugos Besitzer war die Entscheidung gefallen. Sie wollten mir Hugo anvertrauen. Nach dem kurzen, schmerzvollen Abschied gingen wir ein Stück vom Grundstück weg, um an einer Wendeplatte die Hunde einzuladen. Loki und Socke sprangen in gewohnter Manier ins Auto und legten sich auf die ausgebreiteten Decken. Hugo bugsierten wir mit sanftem Druck/Zug (lange Leine) und mit Hilfe gebratener Hühnerbruststreifen hinein. Bei der Fahrt war er entspannt, er saß oder lag in seinem Körbchen.
Im neuen Zuhause angekommen, brauchten wir Ruhe, Geduld, Leckerlis und die Souveränität der Mädels, da er nicht gerne in fremde Gebäude ging. Um ihm bei seiner Unsicherheit mit glatten Böden zu helfen, wurden flugs PVC-Boden und Fleckerlteppiche ausgelegt. In der Wohnung fand sich Hugo schnell zurecht und verschlang dann auch mit großem Appetit sein Abendessen.
Am nächsten Tag ging es gleich zur ersten gemeinsamen Gassi-Runde. Das ganze Rudel war aufgeregt, da wir nicht wussten, wie Hundebegegnungen ablaufen würden. Was kannte Hugo bereits, was verunsicherte ihn? Wir sind einfach losmarschiert, Hugo mit seinem neuen Herrchen Rainer, Loki und Socke bei mir an der Leine. Die erste Hundebegegnung war eine Herausforderung für uns alle: Hugo knurrte, brummte, bellte, sprang mit aller Kraft und seinem Gewicht von 75 kg in die Leine, um an den anderen Rüden zu kommen. Er wollte auch nicht weiter, warf sich auf den Boden und schimpfte ununterbrochen. Als Rainer ihn mit Zug auf der Leine zum Weiterlaufen animieren wollte, sprang Hugo auf und schnappte nach seinem Bein. Herrchen zeigte sich unbeeindruckt und marschierte mit flottem Schritt los, so dass Hugo ihm nur noch folgen konnte. Nach ca. 20 m hatte sich Hugo wieder beruhigt und folgte seinem Rudel.
In unserem Leben mit und um drei Leos sind natürlich Regeln und Grenzen aufgestellt. Sie betreffen z. B.:
die Führung des Rudels durch uns
die regelmäßige Fellpflege
die Leinenführigkeit
das Abrufen
das Benehmen beim Gassi gehen gegenüber Mitmenschen und Mithunden
das Verhalten und die Reihenfolge während des Fütterns der Hunde
Das kannte Hugo so nicht, da er autark gelebt hatte und sich nur wenigen Regeln und Grenzen unterordnen musste. Ist ihm etwas zuwider oder möchte er etwas nicht, schnappt er, ohne zu warnen. Möchte man ihn dann am Halsband oder Kopf anfassen, fährt er sofort hoch, knurrt, schnappt nach der Hand und tritt um sich. Wir lassen nicht locker und wiederholen jede dieser Situationen, bis Hugo verstanden hat, dass er uns vertrauen kann, aber wir die Leitung über das Rudel sowie dessen Verhalten haben und er sich einfügen muss. Das ist nicht immer leicht, deshalb bin ich sehr froh, dass mir mein Partner und meine Mädels zur Seite stehen. Loki und Socke demonstrieren Hugo immer wieder, dass sie uns vertrauen, wir stets an ihrer Seite sind und sie keine Entscheidungen alleine treffen müssen. Ohne Ihre Hilfe und Unterstützung könnten wir Hugo nicht das bieten, was er braucht und zu seiner Entwicklung beiträgt.
Ist man mit Hugo alleine - als Einzelprinz - unterwegs, zeigt er mittlerweile fast tadelloses Benehmen, orientiert sich an seinem Hundeführer und lässt sich Sicherheit vermitteln. Natürlich üben wir kontinuierlich das Gassi gehen ohne Loki und Socke.
Seitdem das Auto umgebaut wurde, so dass der Teenagerrüde bequem ein- und aussteigen kann, ist auch das kein Hindernis mehr. Dienstags und donnerstags nehmen wir am Stadtgang in Ingolstadt teil, dabei sind viele Reize zu bewältigen, z. B. Radfahrer, Jogger, Menschengruppen, Autos, LKWs oder auch ein Martinshorn. Das alles verunsichert Hugo nicht mehr, und er läuft entspannt an meiner Seite. Auch waren wir schon zur Platzarbeit, Hugo war aufgeschlossen und absolvierte freudig und motiviert die Arbeitseinheit. Die Kommandos „Bei Fuß, Sitz, Platz, Bleib, Steh“ und die Kehrtwende haben auf Anhieb geklappt, er war konzentriert und präsentierte sich ruhig und gelassen.
Seit es wärmer geworden ist, gehen meine Leos wieder regelmäßig und mit großer Freude baden. Beim ersten Mal stürzte sich Hugo nach den Mädels ins Wasser, spielte und plantschte mit ihnen. Er zieht es aber vor, umherzustaksen, zum Schwimmen konnten wir ihn noch nicht animieren.
Und einen Abend werde ich niemals vergessen. Hugo und ich waren alleine, ich legte mich zu ihm, umschloss seine Vorderpfote mit meinen Händen und kuschelte mit ihm. Hugo genoss die Streicheleinheiten, packte seine andere Vorderpfote auf meine Hände und legte seinen Kopf obenauf. Er brummelte und grunzte mit geschlossenen Augen. Er schien einfach glücklich und nun wirklich bei uns angekommen zu sein.
Wulferam-Hugo Löwe von Walhall ist ein bezaubernder, großer, kräftiger, frecher, aufgeschlossener Schmusebär und Pfötchengeber, er möchte lernen, geführt und geliebt werden. Er genießt das Rudelleben mit Familienanschluss. Unser Hugo, Beelzebub, Puuh-Bär bringt uns manchmal an unsere Grenzen, aber auch genauso oft zum Schmunzeln, Lachen, Streicheln, Knuddeln.
Wir wissen, es wird noch ein langer Weg mit viel Arbeit, Geduld, Erfolgen und Rückschlägen, aber … HUGO ist mit seinen vier Pfoten bei uns angekommen. Im April ist er zwei Jahre alt geworden, und für den Rest seines Lebens wird er bei uns bleiben.

 

Unser Beelzebub entwickelt sich stetig weiter und wir arbeiten sehr viel mit ihm. 

Im Frühjahr 2019 starten wir in den Begleithunde Vorbereitungskurs und vielleicht auch einmal auf eine Austellung.